Kommentar

Liebe Mitglieder des ASGB!

ein weiteres ereignisreiches Jahr geht zu Ende – ein Jahr, das uns als Gewerkschaft erneut vor zahlreiche Herausforderungen gestellt hat. Wir haben dieses Jahr in Verhandlungen viele Erfolge erzielt, dennoch müssen wir uns bewusst machen, dass noch viel zu tun bleibt, um die drängendsten Probleme anzugehen und die Lebensqualität in Südtirol nachhaltig zu verbessern.
Besonders in Bereichen wie der Bildung und dem Arbeitsmarkt bleibt noch viel zu tun. Der Fachkräftemangel, der in vielen Sektoren spürbar ist, stellt eine der größten Hürden dar. Wirklich alarmierend ist die zunehmende Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften aus Südtirol, die unsere Wirtschaft und unser Sozialsystem weiter unter Druck setzt. Dies ist ein Problem, das nicht nur uns als Gewerkschaft betrifft, sondern die gesamte Gesellschaft vor große Aufgaben stellt.
Darüber hinaus sehen wir auch im Bildungsbereich weiterhin deutliche Defizite. Unsere Schulen benötigen mehr Ressourcen, bessere Ausstattung und vor allem eine langfristige Vision, um den kommenden Generationen die bestmögliche Vorbereitung auf das Berufsleben zu bieten. Es reicht nicht, einzelne Maßnahmen zu ergreifen – wir brauchen eine umfassende Reform, die dem Bedarf gerecht wird und den sozialen Aufstieg für alle fördert.
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir ganz deutlich sagen, dass noch viele Herausforderungen vor uns liegen. Es wird weiterhin intensive Verhandlungen und eine klare politische Richtung brauchen, um die nötigen Veränderungen zu bewirken. Der ASGB bleibt jedoch ein verlässlicher Partner, der sich unermüdlich für die Interessen seiner Mitglieder einsetzen wird – kompromisslos und entschlossen.
Ich danke euch allen für das Vertrauen und die Unterstützung im vergangenen Jahr. In dieser besinnlichen Zeit wünsche ich euch und euren Familien frohe Weihnachten und ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Möge es ein Jahr werden, in dem wir gemeinsam die Weichen für eine gerechtere Zukunft stellen und den Herausforderungen mit Zuversicht begegnen!
Euer
Tony Tschenett,
Vorsitzender des ASGB

Aktuell

Rechte von Beschäftigten mit schweren Erkrankungen

So werden zukünftig krebskranke und chronisch erkrankte Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Sektor bei Abwesenheiten und Rückkehr geschützt.
Ein neues Gesetz (Nr. 106/2025) stärkt in Italien die Rechte von Beschäftigten mit schweren Erkrankungen – insbesondere Krebserkrankungen, chronischen Krankheiten oder dauerhaften Behinderungen. Ziel ist es, sowohl während längerer Abwesenheiten als auch beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben mehr Schutz und Flexibilität zu garantieren.
Die wichtigsten Neuerungen
1. Bis zu 24 Monate unbezahlter Sonderurlaub
Nach Ausschöpfung aller regulären Urlaubstage und anderer Freistellungsmöglichkeiten.
Während dieser Zeit bleibt der Arbeitsplatz sicher (Kündigungsschutz).
2. Flexible Rückkehr durch Homeoffice
Nach der Abwesenheit kann auf Telearbeit/Smart Working umgestiegen werden, um den Wiedereinstieg zu erleichtern.
3. Regelungen für Selbstständige und Freiberufler
Möglichkeit, die berufliche Tätigkeit bis zu 300 Tage pro Jahr ruhen zu lassen.
4. Ab 1. Januar 2026: 10 Stunden bezahlte Freistellung für Behandlungen• Für Arztbesuche, Therapien und medizinische Untersuchungen.
Währenddessen bleibt die volle Sozialversicherungsdeckung bestehen.
Italien führt damit klare Schutzmaßnahmen ein, die Arbeitnehmern mit schweren Erkrankungen mehr Zeit, Flexibilität und Sicherheit bei Krankheit und Rückkehr in den Job geben.