Gebietskörperschaften
Interview mit dem Präsidenten des Gemeindenverbandes, Arno Kompatscher
Einsparungen im Personalbereich
Am 30. November 2012 trafen sich unsere Vertreter Karl Heiss und Reinhard Innerhofer von der Fachgewerkschaft Gebietskörperschaften mit dem Präsidenten des Südtiroler Gemeindenverbandes Arno Kompatscher zu einem Gespräch bezüglich der geplanten Einsparungen im Personalbereich.
Wir geben das Gespräch in einem kurzen Interview wieder:
Wir geben das Gespräch in einem kurzen Interview wieder:

Arno Kompatscher
ASGB: Herr Kompatscher, die geplanten Einsparungen der Südtiroler Landesregierung beim Landes-, Sanitäts- und Lehrpersonal kennen wir mittlerweile ziemlich genau. Wir wissen auch, dass die Gemeinden bis zu 67 Miollionen Euro weniger an Landeszuweisungen erhalten, welche sicher zum Teil auch auf das Personal abgewälzt werden. Welche Ideen hat der Rat der Gemeinden diesbezüglich?
Dr. Kompatscher: In den letzten Jahren sind von der Region und dem Staat sehr viele Kompetenzen auf die Gemeinden übertragen worden. Der heutige Stand der Dinge ist der, dass das Gemeindepersonal insgesamt überfordert und am Limit ist. Dies bestätigen uns auch die Zahlen der Krankheitsausfälle, die radikal zunehmen. Ich dementiere verschiedene Meinungen, die in der Bevölkerung zirkulieren, wonach keine guten Leistungen von öffentlich Bediensteten erbracht werden. Meiner Meinung nach arbeitet das Personal der Gebietskörperschaften vor allem in der Peripherie sehr gut. Einsparungspotential sehe ich höchstens im Rahmen einer Reorganisation von verschiedenen Diensten und Ämtern Gemeinden übergreifend und in den größeren Städten, die bezüglich Personalstand bisher in keinem Verhältnis zu den kleineren Gemeinden standen.
ASGB: Was können wir unsdarunter konkret vorstellen?
Dr. Kompatscher: Es wird sicher niemand entlassen werden und ich finde es auch nicht sinnvoll von Zahlen beim Personalabbau zu sprechen, wie es einige Landespolitiker schon seit längerem tun. Allerdings werden auch wir unseren Beitrag zu den Sparzielen leisten müssen. Unsere Hauptaufgabe in den nächsten Jahren wird darin bestehen, die Arbeit mit dem aktuellen Personalstand auf die bestmögliche Art zu bewältigen. Da einzelne Pensionierungen nicht mehr nach besetzt werden, ergibt dies automatisch eine Reduzierung der Stellenpläne. Verschiedene Dienste müssen reorganisiert, d.h. von mehreren Körperschaften gemeinsam und dadurch auch wirtschaftlicher geführt werden wie z.B. Bauämter, Bauhöfe, Gemeindepolizei usw. Ich bin allerdings ein Gegner der Auslagerung von Diensten.
ASGB: Die prekären Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst nehmen inZeiten der Krise stark zu. Bisher wurden diese oft über Jahre hinweg, auch nicht immer ganz legal, verlängert. Die passiert nun aus Gründen des Personalabbaus nicht mehr, was für viele Familien bedeutet, mit einem Gehalt weniger auskommen zu müssen. Wie stehen Sie dazu?
Dr. Kompatscher: Diebefristeten Arbeitsverhältnisse liegen mir besonders am Herzen. Ich weiß auch, dass davon sehr viele Frauen betroffen sind, die mit einem Ersatzauftrag für eine Mutterschaft udgl. arbeiten. Allerdings müssen diese nach der Rückkehr der Stelleninhaberin notgedrungen entlassen werden, was oft auch für die Verwaltung mit einer sehr schweren Entscheidung einhergeht. Außerdem können diese Bediensteten mit Ersatzauftrag die geltenden Mutterschaftsregelungen nicht oder nur teilweise in Anspruch nehmen, da die Arbeitsverträge zeitlich zu kurz sind. Hier gilt mein Aufruf an die Sozialpartner,in den nächsten Jahren Vorschläge für eine bessere Neuregelung einzubringen.
ASGB: Was halten Sie vom derzeitigen „Bruch der Sozialpartnerschaft“ der Landesregierung?
Dr. Kompatscher: Ich bin der Meinung dass die Sozialpartner, sprich Gewerkschaften, unbedingt miteingebunden werden müssen. Nur wenn miteinander gesprochen wird, können Lösungen aufgezeigt bzw. gefunden werden. Wir haben das ja auch bei den Verhandlungen zum Bereichsvertrag erlebt. Beispielsweise hatten wir Arbeitgeber Anfangs die Wichtigkeit eines psychophysischen Erholungsurlaubes für das Personal unterschätzt. Zusammen haben wir dann einen sehr guten Kompromiss gefunden.
ASGB: Vielen Dank für das Gespräch.
Dr. Kompatscher: In den letzten Jahren sind von der Region und dem Staat sehr viele Kompetenzen auf die Gemeinden übertragen worden. Der heutige Stand der Dinge ist der, dass das Gemeindepersonal insgesamt überfordert und am Limit ist. Dies bestätigen uns auch die Zahlen der Krankheitsausfälle, die radikal zunehmen. Ich dementiere verschiedene Meinungen, die in der Bevölkerung zirkulieren, wonach keine guten Leistungen von öffentlich Bediensteten erbracht werden. Meiner Meinung nach arbeitet das Personal der Gebietskörperschaften vor allem in der Peripherie sehr gut. Einsparungspotential sehe ich höchstens im Rahmen einer Reorganisation von verschiedenen Diensten und Ämtern Gemeinden übergreifend und in den größeren Städten, die bezüglich Personalstand bisher in keinem Verhältnis zu den kleineren Gemeinden standen.
ASGB: Was können wir unsdarunter konkret vorstellen?
Dr. Kompatscher: Es wird sicher niemand entlassen werden und ich finde es auch nicht sinnvoll von Zahlen beim Personalabbau zu sprechen, wie es einige Landespolitiker schon seit längerem tun. Allerdings werden auch wir unseren Beitrag zu den Sparzielen leisten müssen. Unsere Hauptaufgabe in den nächsten Jahren wird darin bestehen, die Arbeit mit dem aktuellen Personalstand auf die bestmögliche Art zu bewältigen. Da einzelne Pensionierungen nicht mehr nach besetzt werden, ergibt dies automatisch eine Reduzierung der Stellenpläne. Verschiedene Dienste müssen reorganisiert, d.h. von mehreren Körperschaften gemeinsam und dadurch auch wirtschaftlicher geführt werden wie z.B. Bauämter, Bauhöfe, Gemeindepolizei usw. Ich bin allerdings ein Gegner der Auslagerung von Diensten.
ASGB: Die prekären Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst nehmen inZeiten der Krise stark zu. Bisher wurden diese oft über Jahre hinweg, auch nicht immer ganz legal, verlängert. Die passiert nun aus Gründen des Personalabbaus nicht mehr, was für viele Familien bedeutet, mit einem Gehalt weniger auskommen zu müssen. Wie stehen Sie dazu?
Dr. Kompatscher: Diebefristeten Arbeitsverhältnisse liegen mir besonders am Herzen. Ich weiß auch, dass davon sehr viele Frauen betroffen sind, die mit einem Ersatzauftrag für eine Mutterschaft udgl. arbeiten. Allerdings müssen diese nach der Rückkehr der Stelleninhaberin notgedrungen entlassen werden, was oft auch für die Verwaltung mit einer sehr schweren Entscheidung einhergeht. Außerdem können diese Bediensteten mit Ersatzauftrag die geltenden Mutterschaftsregelungen nicht oder nur teilweise in Anspruch nehmen, da die Arbeitsverträge zeitlich zu kurz sind. Hier gilt mein Aufruf an die Sozialpartner,in den nächsten Jahren Vorschläge für eine bessere Neuregelung einzubringen.
ASGB: Was halten Sie vom derzeitigen „Bruch der Sozialpartnerschaft“ der Landesregierung?
Dr. Kompatscher: Ich bin der Meinung dass die Sozialpartner, sprich Gewerkschaften, unbedingt miteingebunden werden müssen. Nur wenn miteinander gesprochen wird, können Lösungen aufgezeigt bzw. gefunden werden. Wir haben das ja auch bei den Verhandlungen zum Bereichsvertrag erlebt. Beispielsweise hatten wir Arbeitgeber Anfangs die Wichtigkeit eines psychophysischen Erholungsurlaubes für das Personal unterschätzt. Zusammen haben wir dann einen sehr guten Kompromiss gefunden.
ASGB: Vielen Dank für das Gespräch.