Helfen ohne Grenzen

Helfen ohne Grenzen

Bericht | 2012

Helfen ohne Grenzen

Bericht | 2012

Ein Jubiläumsjahr ist immer ein Besonderes. Und so war es auch für Helfen ohne Grenzen.

Begonnen hat alles mit einem Schock. Unser Freiwilliger Thomas Öggl aus Schlanders hatte Komplikationen nach einem Blinddarmeingriff, die eine Reihe von Noteingriffen und eine schmerzhafte und langwierige Phase der Rekonvaleszenz erforderten und uns alle bis an den Rand der Belastbarkeit bewegten, uns aber zusammenschmiedeten, auch mit den Eltern des Patienten. Thomas geht es wieder gut. Nach einem Sommerpraktikum in unserem Büro in Brixen studiert er inzwischen erfolgreich in Wien.

Im Jänner nahm Alessandra Degli Esposti ihre Arbeit in unserem Büro in Brixen auf und musste dann ab Juni Katya Waldboth ersetzen.

Unser Vorstandsmitglied Anne Dalle Mulle musste aus persönlichen Gründen ihr Amt zurücklegen und wurde durch unsere ehemalige Mitarbeiterin Bibi Niederkofler ersetzt. Im Herbst trat auch – immer aus privaten Gründen – Christina Kuppelwieser zurück. Ihr Amt wurde nicht nachbesetzt. Wir danken beiden für ihr aktives Engagement für unseren Verein und freuen uns, beide als aktive Mitglieder weiterhin an Bord zu haben.

Im April erhielt unser Vorsitzender Benno Rög-gla den mit 10.000 Euro dotierten „Preis der Menschlichkeit“ der Kiwanis Clubs Südtirols.

Im Frühjahr verbesserte sich die Lage der Menschen in Burma merklich. Unser ursprüngliches Ansinnen, unsere Zelte sogleich in Burma/

Myanmar aufzuschlagen, haben wir rasch fallen gelassen. Wir haben mitansehen müssen, dass andere internationale Organisationen ihre Tätigkeiten an der Grenze einstellten und - ohne Übergangsphase - die Flüchtlinge im Stich ließen. Die Not an der Grenze wurde merklich größer, Projekte wurden eingestellt oder stark reduziert. Darum beschlossen wir, solange an der Grenze zu bleiben, bis die Flüchtlinge sicher in ihre Heimat zurückkehren können. Und das wird noch einige Jahre dauern, denn zuerst müssen sie Papiere, dann entminte Siedlungsgebiete verbunden mit den nötigen, international verankerten Sicherheitsgarantien erhalten.

Wir spürten gleichzeitig, dass die Menschen jetzt lieber für Burma oder andere Einsatzzwecke spendeten und es bedurfte wirklich harter Anstrengungen, um verständlich zu machen, dass die Arbeit an der Grenze noch nicht beendet ist. Dazu bekamen wir ab Frühsommer die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Europa und speziell in Italien zu spüren. Es sah so aus, als ob wir spätestens ab Ende 2012 Projektestreichen bzw. stark beschneiden müssten.

Dank der wirklich beherzten Aktion vom Vorstand, vielen Mitgliedern und FreundInnen sowie Herrn Leonhard von Pretz gelang es, diese Tendenz umzukehren. Großen Anteil daran hatte auch unsere Zehnjahresfeier, die von einer massiven Welle der Solidarität sowie vielfach geäußerter, höchster Anerkennung und Wertschätzung begleitet wurde. Unsere Feier mit 200 Gästen in der Cusanus-Akademie in Brixen am 10. November war für uns alle ein riesiger Motivationsschub und hat Hoffnung für die Zukunft gegeben. Nach vielen Jahren harter Arbeit und kräfteaufreibendem Anrudern gegen allerlei dummes Geschwätz tat dies mehr als gut.