Kochkunde
Cordon Bleu
Kulinarisches Wunderwerk mit eingebautem Identitätsproblem
Zwischen Mythos und Fritteuse: Eine kritische Betrachtung des panierten Überfliegers.

FOTO: Reinhardthrainer - Pixabay
Es gibt Gerichte, die Eleganz ausstrahlen. Trüffelrisotto. Hummer Thermidor. Ein perfekt glasierter Rehrücken.
Und dann gibt es das Cordon Bleu – ein Gericht, das klingt wie ein elitärer Feinschmecker-Orden, aber in Wahrheit ein panierter Käse-Schinken-Fleisch-Tresor ist, der in vielen Kantinen seine gefährlichsten Einsätze erlebt.
Und dann gibt es das Cordon Bleu – ein Gericht, das klingt wie ein elitärer Feinschmecker-Orden, aber in Wahrheit ein panierter Käse-Schinken-Fleisch-Tresor ist, der in vielen Kantinen seine gefährlichsten Einsätze erlebt.
Warum heißt dieses Kalorienpaket eigentlich „Cordon Bleu“?
Wörtlich heißt es „Blaues Band“. Und warum?
Natürlich, weil jemand fand, dass ein gefülltes Schnitzel so unglaublich nobel ist, dass man ihm denselben Namen geben sollte, wie dem französischen Ritterorden „Ordre du Saint-Esprit“ (Orden vom Heiligen Geist), welcher später zum Ehrenorden für Spitzenköche wurde.
Ja, richtig: Der Orden des „blauen Bandes“ wurde im 16. Jahrhundert an Köche verliehen, die wirklich etwas konnten.
Und irgendwann sagte ein kreativer Koch vermutlich Folgendes:
„Was, wenn wir zwei Fleischscheiben nehmen, Schinken reinpacken, eine Scheibe Käse so groß wie ein Kirchenfenster dazwischen stopfen – und das Ganze dann panieren? Das ist mindestens so edel wie ein königlicher Orden!“
Und zack war der Name geboren.
Man hätte es natürlich auch einfach „Schinken-Käse-Klapp-Schnitzel“ nennen können. Aber nein, man entschied sich für Cordon Bleu – klingt einfach besser, wenn man später in der Küche schreit:
„Noch ein Cordon Bleu! Und bitte den Käse diesmal IM Fleisch behalten!“
Natürlich, weil jemand fand, dass ein gefülltes Schnitzel so unglaublich nobel ist, dass man ihm denselben Namen geben sollte, wie dem französischen Ritterorden „Ordre du Saint-Esprit“ (Orden vom Heiligen Geist), welcher später zum Ehrenorden für Spitzenköche wurde.
Ja, richtig: Der Orden des „blauen Bandes“ wurde im 16. Jahrhundert an Köche verliehen, die wirklich etwas konnten.
Und irgendwann sagte ein kreativer Koch vermutlich Folgendes:
„Was, wenn wir zwei Fleischscheiben nehmen, Schinken reinpacken, eine Scheibe Käse so groß wie ein Kirchenfenster dazwischen stopfen – und das Ganze dann panieren? Das ist mindestens so edel wie ein königlicher Orden!“
Und zack war der Name geboren.
Man hätte es natürlich auch einfach „Schinken-Käse-Klapp-Schnitzel“ nennen können. Aber nein, man entschied sich für Cordon Bleu – klingt einfach besser, wenn man später in der Küche schreit:
„Noch ein Cordon Bleu! Und bitte den Käse diesmal IM Fleisch behalten!“
Die Kunst des Cordon-Bleu-Kochens
Viele behaupten, ein gutes Cordon Bleu zuzubereiten sei schwierig. Das stimmt – wenn man möchte, dass der Käse nicht schon in der Pfanne flieht.
Die wahre Kunst besteht aber darin, die perfekte Balance zu finden zwischen:
zu viel Käse, der während des Frittierens auf Weltreise geht
zu wenig Käse, sodass man sich fragt, ob man eigentlich ein paniertes Stück Enttäuschung isst
und dem seltenen Moment, in dem alles zusammenpasst – und man denkt: „Ja, dafür wurde dieser Orden erfunden!“
Das Cordon Bleu – das Chamäleon der Gastronomie
Was am Cordon Bleu besonders beeindruckt:
Es taucht überall auf.
Es taucht überall auf.
In der Dorfkneipe: „Cordon Bleu XXL – mit Pommes, Wurstsalat und einem Bier gratis“
Im Bistro: „Hausgemachtes Cordon Bleu“ (vermutlich hausgemacht im Großhandel)
Im Gourmetrestaurant: „Kalbs-Cordon-Bleu mit Rohmilchkäsekern“
Egal wo – es ist da.
Wie der Onkel, der bei jeder Familienfeier auftaucht, obwohl niemand weiß, wer ihn eingeladen hat.
Wie der Onkel, der bei jeder Familienfeier auftaucht, obwohl niemand weiß, wer ihn eingeladen hat.
Ein Name, der größer ist als das Gericht
Warum heißt es also Cordon Bleu?
Weil die Menschheit manchmal einfach möchte, dass Dinge edel klingen, selbst wenn sie eigentlich:
Weil die Menschheit manchmal einfach möchte, dass Dinge edel klingen, selbst wenn sie eigentlich:
panierte Käsetaschen aus Fleisch sind
mit Schinken verklebt
und in Fett gebadet
Und irgendwie ist genau das die Schönheit daran: Das Cordon Bleu ist der demokratischste aller kulinarischen Titelträger.
Sowohl Imbiss als auch Sternerestaurant können es machen – und keiner weiß so genau, ob es wirklich gut wird.
pj
Sowohl Imbiss als auch Sternerestaurant können es machen – und keiner weiß so genau, ob es wirklich gut wird.
pj

