Events
Gastronomie-Fachtagung COOLinaria am 6. Mai im Gustelier in Bozen

Die Zukunft von Fleisch in der Gastronomie

„Ich liebe Tiere – und ich esse auch gerne Tiere.“ Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingen mag, ist es für Marlene Halter aber nicht.
Die gelernte Köchin und Autodidaktin im Metzgerhandwerk fasziniert die Transformation von rohem Fleisch zu schmackhaften Gerichten – sei es durch Trocknen, Pökeln, Sieden, Braten oder Schmoren. Entscheidend ist, dass es den Tieren zu Lebzeiten gut geht.
Nach Stationen in Restaurants von Zürich bis New York betrieb Marlene Halter sieben Jahre lang die „Metzg“ in Zürich – ihr eigenes Restaurant mit offener Küche und Spezialitätenmetzgerei in einem.
Welche Herausforderungen sehen Sie im Fleischangebot der Gastronomie?
Marlene Halter: Fleischkonsum wird zunehmend kritisiert, aus ökologischen und tierethischen, teils auch aus gesundheitlichen Gründen. Und wenn man als Gastronomin qualitativ hochwertiges Fleisch von guter Herkunft einsetzt, wird es schnell sehr teuer, was nicht jeder Gast bereit ist zu bezahlen. Daher muss ich überlegen, wie ich sinnvoll und wirtschaftlich erfolgreich mit dem Thema Fleisch umgehe.
Sie haben selbst sieben Jahre lang die „Metzg“ in Zürich geführt, ein Lokal der alternativen Fleischkultur. Mit 30 Sitzplätzen, viel Take Away-Geschäft und einer kleinen Fleischtheke. Was war Ihr Ziel?
Marlene Halter: Für mich war es immer wichtig, dass das Produkt qualitativ gut ist, aber die Lieferanten auch Tierwohl und Ökologie ernst nehmen. Ich kannte die allermeisten persönlich. Mit der Zeit wurde ich immer konsequenter und bio ein wesentliches Kriterium, auch bei Gemüse oder Getreide. Während meiner Zeit in New York hatte ich neue Schnitte von Tiermuskeln kennengelernt, die man im deutschsprachigen Raum kaum kennt: So zum Beispiel Skirt und Hanger Steak, beide vom Zwerchfell, die sich zum Kurzbraten eigenen und nicht nur für Hackfleisch oder gar Hundefutter, wie üblich in der Schweiz. Ich nenne sie gerne „Special Cuts“ und arbeitete viel damit. So gelang es auch, den Wareneinsatz von hochwertigem Fleisch akzeptabel zu halten.
Ihre Lieblingsgerichte?
Kutteln finde ich zum Beispiel spannend – sie sind in der Küche total unterschätzt. Und dann fällt mir noch die Fledermaus ein, in Frankreich als Araignée bekannt: ein Special Cut mit schönem Fettanteil, toller Konsistenz und fantastischem, intensivem Aroma.
Nun haben Sie der Gastronomie den Rücken gekehrt - wieso das?
Marlene Halter: Mein Traum war immer schon ein eigener Bauernhof mit Tieren. Um herauszufinden, ob diese Idee Wirklichkeit werden kann, habe ich sechs Monate lang Praktika auf Bauernhöfen gemacht – und ich hatte Riesenspaß dabei. Aber zeitgleich ein Restaurant zu führen, das geht einfach nicht. Jetzt möchte ich viel mehr einer ökologisch vertretbaren Fleisch- und Lebensmittelproduktion auf den Grund gehen und als Landwirtin meinen Beitrag dazu leisten.
Trotzdem bleibt Marlene Halter der Gastronomie ein bisschen treu: Sie ist in Pop-Up Restaurants oder auf Events als Köchin und Fleischexpertin unterwegs. Zur Fachtagung COOLinaria bringt sie nicht nur spannende Geschichten und Gedanken zum nachhaltigen Fleischgenuss mit, sondern setzt im Workshop am Nachmittag auch gleich Gerichte mit Kutteln und Specials Cuts in die Praxis um.
Hier geht es zur Anmeldeseite und dem Programm
Bettina Schmid
Leiterin Gustelier & Gastro

Wettbewerb
Junge Talente am Herd

Der SKV startet eine neue Wettbewerbsliga

Von „Mountain Chef unplugged“ bis zur „Chef of the Alps Challenge“. Der SKV hebt Kochwettbewerbe auf ein neues Level und bringt junge Talente an die Spitze
FOTO: KI generiertes Bild
Die Zukunft der Südtiroler Kochkunst liegt in den Händen junger, ambitionierter Köchinnen und Köche. Um diesen Talenten eine Bühne zu bieten und ihre Entwicklung gezielt zu fördern, hebt der Südtiroler Köcheverband - SKV eine neue Wettbewerbsliga aus der Taufe. Hier sollen Nachwuchstalente nicht nur ihr Können unter Beweis stellen, sondern auch wertvolle Erfahrungen sammeln und sich mit Gleichgesinnten messen. Neben bestehenden Wettbewerben setzt der SKV erstmals auch einen starken internationalen Fokus und arbeitet mit den Koch-G5-Ländern zusammen.
Tradition trifft Innovation,Wettbewerbe mit Zukunft
Südtirol ist bereits seit Jahren Schauplatz hochkarätiger Kochwettbewerbe, die nun weiter aufgewertet werden. Drei Formate stehen dabei im Mittelpunkt:
„Let’s Cook It“ – Kreativität und Teamgeist in Aktion
Im April/Mai 2026 geht der renommierte Wettbewerb „Let’s Cook It“ in der Landesberufsschule Emma Hellenstainer in Brixen in seine fünfte Runde. Hier treten talentierte Nachwuchsköchinnen und -köche in Zweierteams an, um den begehrten „Let’s Cook It“-Award zu gewinnen. In einem mitreißenden Wettkampf präsentieren maximal zwölf Teams ihre kulinarische Kreativität und ihr technisches Können – eine wahre Inspirationsquelle für die Gastronomie von morgen.
„Mountain Chef Unplugged“ – Kochen wie einst die Großmeister
Ein einzigartiger Wettbewerb, der bereits zum zehnten Mal stattfindet, ist der „Mountain Chef Unplugged“ auf der Schwemmalm. Hier heißt es: kochen ohne Strom, nur mit Feuer und Leidenschaft! Auf traditionellen Holzherden zeigen junge Talente, dass handwerkliches Können und eine gute Portion Improvisation das wahre Herzstück der Kulinarik sind.
Landesmeisterschaften – Sprungbrett zur Weltspitze
Ein weiterer Höhepunkt ist die Landesmeisterschaft der Berufe, die als Vorausscheidung für die WorldSkills 2026 in Shanghai dient. Hier haben die besten Nachwuchsköchinnen und -köche die Chance, sich für die internationalen Berufsweltmeisterschaften zu qualifizieren und sich mit den besten Talenten aus aller Welt zu messen.


Das große Finale, Die „Chef of the Alps Challenge“
Die zwei Erstplatzierten der genannten Wettbewerbe qualifizieren sich für die „Chef of the Alps Challenge“ und batteln sich am SKV-Messestand der Fachmesse Hotel in Bozen um den Titel „Cooking Chef of the Alps“. Unter der Leitung von Andreas Köhne und Christian Pircher Verdorfer treten die Finalisten in einem hochkarätigen Wettkampf gegeneinander an, um sich nicht nur den Titel, sondern auch viele attraktive Preise zu sichern.
Internationaler Austausch und neue Perspektiven
Mit der Einbindung der Koch-G5-Länder öffnet der SKV neue Türen für junge Köche und Köchinnen. Der internationale Austausch soll nicht nur den Wettbewerb beleben, sondern auch neue Impulse für die Südtiroler Gastronomieszene setzen.
Die neue Wettbewerbsliga des SKV schafft eine einzigartige Plattform, um junge Talente auf ihrem Weg in die Spitzenküche zu begleiten – ein entscheidender Schritt für die Zukunft der Südtiroler Kulinarik. Auf die Plätze, fertig, kochen!
red / pj