Nachlese
Änderung des Gesetzes zur Angabe der Herkunft von Lebensmitteln

Herkunft und Bürokratie

Ein Balanceakt für die Gastronomie
In Südtirol wird immer wieder die Frage aufgeworfen, wie gesetzliche Regelungen dazu beitragen können, die heimische Wirtschaft zu stärken, ohne unnötigen bürokratischen Aufwand zu erzeugen. SKV-Präsident KM ­Patrick Jageregger stellt klar: „Wo kleine, regionale Wirtschaftskreisläufe durch gesetzliche Regelungen unterstützt und gefördert werden können, müssen diese jedoch auf die Sinnhaftigkeit, den Bürokratieaufwand sowie den Mehraufwand hin genauestens geprüft und der Mehrwert für alle Betroffenen pragmatisch bewertet werden“. Aus Sicht des Südtiroler Köcheverbandes - SKV sollen gerade jene Betriebe, die bereits heimische Produzenten unterstützen und lokale Produkte so weit als möglich anbieten, stärker hervorgehoben werden. Der Südtiroler Köcheverband - SKV wird die weitere Entwicklung der gesetzlichen Regelungen aufmerksam verfolgen und schließt sich der Haltung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes - HGV an, die wir nachstehend abdrucken:
Förderung des regionalen Handels: Qualität ja, bürokratischer Aufwand nein
„In einigen Bereichen ist der lokale Einkauf bereits hervorragend organisiert. Die Qualität, Produktvielfalt und -menge stimmen, wie zum Beispiel bei bestimmten Produkten aus Südtirol. Bei anderen Produktgruppen, wie etwa Fleisch oder Gemüse, steckt die Struktur des Vertriebs noch in den Anfängen. Der Gesetzesentwurf, der kürzlich von der 4. Gesetzgebungskommission genehmigt wurde, wird an dieser Situation nichts ändern“, so HGV-Direktor Raffael Mooswalder. Eine verpflichtende Kennzeichnung für eine Auswahl an tierischen Produkten, die zwar lokal produziert, aber nur teilweise verfügbar sind, geht über die bereits bestehenden EU-Vorgaben hinaus. Obwohl diese Maßnahme zunächst gut klingt, wird sie von vielen als nicht zielführend angesehen.
Abschließend betont der HGV, dass zusätzliche bürokratische Auflagen weder den Absatz regionaler Produkte fördern, noch die lokale Landwirtschaft stärken werden. Stattdessen müssen langfristige, pragmatische Lösungen gefunden werden, die sowohl die Gastronomie als auch die Produzenten unterstützen – ohne unnötige Bürokratie.
red / pj

Editorial
Grillen mit Verantwortung

Tradition, Technik und Sicherheit im Fokus

Liebe Köchinnen und Köche,
liebe Freunde der Kochkunst, sehr geehrte Leserschaft,
das Grillen von Fleisch ist eine der faszinierendsten Zubereitungstechniken, die unser Handwerk prägen. Besonders in Südtirol, wo hochwertige Fleischprodukte und die Liebe zur Tradition eine zentrale Rolle spielen, ist das Grillen weit mehr als nur eine Kochmethode – es ist eine Kunst. Die Auswahl des richtigen Fleisches, die perfekte Temperaturkontrolle und die Wahl der passenden Grilltechnik sind entscheidend, um den vollen Geschmack zu entfalten.
Moderne Grilltechniken wie indirektes Grillen, Low & Slow oder das Arbeiten mit innovativen Geräten eröffnen uns als Köchen neue Möglichkeiten, das Beste aus unseren Produkten herauszuholen. Diese Techniken verlangen nicht nur Erfahrung, sondern auch das Wissen um die neuesten Entwicklungen in der Grillwelt. Der Austausch von Ideen und das kontinuierliche Lernen sind daher für uns unverzichtbar, um die hohe Qualität unserer Arbeit aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig dürfen wir jedoch nie die Bedeutung der Sicherheit aus den Augen verlieren. Der Umgang mit offenen Flammen und heißen Geräten erfordert fundiertes Fachwissen und verantwortungsbewusstes Handeln. Deshalb ist es für uns als Köche unerlässlich, auch in den Bereichen BLS (Basismaßnahmen zur Wiederbelebung) und BLSD (Basismaßnahmen zur Wiederbelebung mit Defibrillator) geschult zu sein. Diese Fähigkeiten sind nicht nur wichtig, um in Notfällen schnell reagieren zu können, sondern auch ein Zeichen unseres Verantwortungsbewusstseins unseren Kollegen und Gästen gegenüber.
Als Präsident des Südtiroler Köcheverbandes möchte ich alle Mitglieder dazu ermutigen, sich stetig weiterzubilden, nicht nur in der Zubereitung von Fleisch und dem Grillen, sondern auch in den Bereichen Sicherheit und Lebensrettung. Denn nur mit einem umfassenden Wissen und einer hohen Verantwortung können wir sowohl kulinarisch als auch sicherheitsmäßig auf höchstem Niveau arbeiten.
In persönlicher Wertschätzung
KM Patrick Jageregger
SKV-Präsident